Baggern für die Natur

Im Niedermoorgebiet Thalhamer Moos werden aktuell Baggerarbeiten durchgeführt, um den Lebensraum verschiedener Arten zu verbessern.

Flache Wiesenmulden, sog. Seigen, wurden vor einigen Jahren auf Grundstücken der Wildland-Stiftung Bayern angelegt. Diese dienen vielen Insekten, darunter verschiedene und z.T. sehr seltene Libellenarten wie die Sumpf-Heidelibelle (Rote Liste 1), als Lebensraum. Auch wiesenbrütende Vogelarten wie Kiebitz und Bekassine halten sich sehr gerne an diesen Seigen auf, da sie im weichen, schlammigen Boden mit ihrem Schnabel gut nach Nahrung suchen können. Im Laufe der Zeit verlanden die Seigen allerdings: Das heißt, verschiedene Gräser, Wasserpflanzen, Schilf oder auch Rohrkolben siedeln sich in diesen Feuchtflächen an wodurch die Seigen nach und nach zuwachsen. Deshalb müssen die Mulden nach einigen Jahren mit dem Bagger ausgeräumt werden. Aufgrund der sehr labilen Bodenverhältnisse im Niedermoorgebiet sind diese Maßnahmen am besten bei gefrorenem Boden durchzuführen, um Schäden durch die Befahrung zu vermeiden. Neben den passenden Witterungsverhältnissen ist auch der Einsatz von geeigneten Fahrzeugen sehr wichtig: Ein Kettenbagger hat mit seiner großen Auflagefläche auf den breiten Ketten einen sehr geringen Bodendruck und schont dadurch den Boden.

Bei herrlichstem Winterwetter konnte am Donnerstag mit den Maßnahmen begonnen werden, die voraussichtlich Mitte nächster Woche abgeschlossen werden können. Um den Tieren einen möglichst vielfältigen Lebensraum mit verschiedenen Sukzessionsstadien, wie sie auch von Natur aus vorkommen, anbieten zu können, werden in diesem Jahr nicht alle Seigen gleichzeitig entlandet. So bleibt an etwa der Hälfte der vorhandenen Seigen die Vegetation erhalten, die bspw. den Libellen im kommenden Jahr als Reifungs- bzw. Nahrungshabitat dient.