Birkwildzählung in der Rhön bleibt hinter den Erwartungen

Bei der Birkwildzählung im Rhönprojekt der Wildland-Stiftung Bayern konnten am 22. April 2017 bei widrigsten Wetterbedingungen nur 6 Hähne und 4 Hennen beobachtet werden.

Trotz Dauerregen, starken Winden und auch Nebel engagierten sich über 120 Zähler bei der diesjährigen Frühjahrszählung im Projekt „Birkwild in der Rhön“. Das Ergebnis mit 6 Hähnen und 4 Hennen blieb hinter den Erwartungen, zumal im letzten Jahr mit der Fortführung der Auswilderung schwedischer Wildfänge Vögel in der Rhön entlassen wurden. „Nach meinen Vorbeobachtungen hätten es fast 50% mehr Vögel sein müssen“, kommentierte Gebietsbetreuer Torsten Kirchner. Diese Zählungen in der Rhön dienen der Bestandskontrolle der Birkhühner. Seiner Erfahrung nach sind von den im letzten Jahr ausgewilderten Schwedenfängen einige nachweislich abgewandert. Ebenso sind ihm Verluste bekannt, wie aufgefundene Rupfungen belegen. Von den im letzten Jahr besenderten 12 schwedischen Hennen kann Kirchner noch von vier Weibchen Signale empfangen. Diese waren weder bei der letzten Herbstzählung noch jetzt bei der Frühjahrszählung gesichtet worden, sind aber ein Beleg, dass weitere Tiere vorhanden sind.

Die Birkwildzählung ist seit Jahrzehnten eine feste Einrichtung im Wildland-Projekt „Birkwild in der Rhön“. Begleitend zu den Hühnern werden am Zähltag alle Vogelarten des Gebietes erfasst, an diesem Samstag 54 Arten. Darunter sind typische Begleitarten wie Raubwürger oder Wiesenpieper, die ebenfalls unseren höchsten Schutz benötigen. Mitarbeiter des Landratsamts Rhön-Grabfeld organisierten zusammen mit Kirchner diese Zählungen mit Ehrenamtlichen aus der Jägerschaft, der Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft Unterfranken und weiteren Helfern. Was sich für uns Menschen als langer, schneereicher Winter darstellen mochte, ist für viele Wildtiere ein normaler Winter. Speziell die Hühnervögel sind bestens daran angepasst. Allerdings locken gute Schneeverhältnisse auch viele Besucher und Wintersportler in die Rhön, womit sich die Gefahr von Störungen für die Wildtiere erhöht.

Das magere Ergebnis belegt, dass die Birkwildpopulation in der Rhön noch längst nicht gesichert ist. Direkt im Anschluss an die Zählung ist Kirchner mit freiwilligen Helfern auch aus der hessischen Verwaltungsstelle des Biosphärenreservats nach Schweden gereist, um in der laufenden zweiten Auswilderungsphase Hühnervögel zu fangen und zur genetischen Auffrischung in die Rhön zu bringen.