Botanische und zoologische Schatzkästchen im Coburger Land

Im Coburger Land ist die Wildland-Stiftung Bayern seit über vier Jahrzehnten engagiert, die Vielfalt der Lebensräume für unsere Wildtiere zu erhalten. Bei einem Besuch vor Ort hat sich gezeigt, dass sich mehrere der stiftungseigenen Wiesen zu botanischen und zoologischen Schatzkästchen entwickelt haben.

Bei einem Arbeitstreffen im Raum Coburg informierten sich Geschäftsführer Eric Imm, Christa Schefczik vom Vorstand der Kreisgruppe Coburg, Frank Reißenweber als Geschäftsführer des Landschaftspflegeverbands Coburg und Dr. André Maslo, Geschäftsführer der Ökologischen Bildungsstätte Mittwitz über die Entwicklung der Wildland-Flächen im Coburger Land. Als große Besonderheiten wurde die Entwicklungen von drei der besichtigten stiftungseigenen Wiese hervorgehoben: Aufgrund der langjährigen extensiven Bewirtschaftung können wir heute den größten Bestand des Helmknabenkrauts im Landkreis Coburg auf einer der Flächen finden! Von der extensiven Wiesennutzung mit Biotopgewässeranlage an anderer Stelle profitieren wiederum viele Insekten, wie beispielsweise die in Bayern stark gefährdete Sumpfschrecke oder das hier brütende Blaukehlchen.

Ebenso weckt ein ehemaliger, heute aber mit Gehölzen und Büschen zur Hälfte zugewachsener Kalkmagerrasen mit Spuren kleinbäuerlichen Kalksteinabbaus aus früherer Zeit das besondere Interesse: Hier sind regelmäßig Schlafgesellschaften der Waldohreule zu beobachten. Des Weiteren leben hier Wildkatze, Heidelerche, Esparsetten-Widderchen (gefährdeter Schmetterling) und eine Vielzahl gefährdeter Pflanzenarten (z.B. Violette Sommerwurz, Kahles Ferkelkraut, Küchenschelle, Silberdistel, Große Händelwurz und viele andere) – ein wirklicher hotspot der Biodiversität! Die offene Hälfte des Magerrasens wird jährlich über den Landschaftspflegeverband gepflegt und diente auch schon als Spenderfläche zur „Heublumensaat“, um andernorts im gleichen Naturraum wertvolle Halbtrockenrasen mit autochthonem Saatgut neu zu begründen.

Viele der einst angelegten Streuobstbestände auf Wildland-Flächen tragen heute reiche Früchte. Durch die letzten Herbststürme sind jedoch einige Obstbäume stark beschädigt. Hier wurden Maßnahmen zur Gehölzpflege und zur nachhaltigen Nutzung des Streuobstes angeregt. Auch sollten die ersten Lupinenvorkommen vor einer massiven Samenverbreitung bekämpft werden. Viele der Pflegemaßnahmen werden über den Landschaftspflegeverband Coburger Land umgesetzt.

Aktuelles zu diesem Projekt

Biotopverbund im Coburger Land (21. November 2017)