Dem Luchs auf der Spur – mit neuen Fotofallen

Gemeinsam in die Offensive gehen die Jäger der Hegegemeinschaft Lamer Winkel mit der Wildland-Stiftung Bayern, um die Luchsbestände im Lamer Winkel zu erfassen. Dazu wurden die Jäger über die Stiftung mit 30 hochwertigen Fotofallen ausgerüstet.

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Im Rahmen einer Versammlung der Hegegemeinschaft Lamer Winkel am 18. Januar 2018 übergab Geschäftsführer Eric Imm von der Wildland-Stiftung Bayern 30 Wildkameras an die Jäger der Hegegemeinschaft. Mit diesen hochwertigen Kameras, auch Fotofallen genannt,  wollen die Jäger des Lamer Winkels die Bestandsentwicklung des Luchses in den nächsten Jahren detailliert erfassen. Mit bei der Versammlung waren BJV-Kreisgruppenvorsitzender Bruno Ebner mit Hegeringleiter Robert Klingseisen, Manfred Wölfl als Experte des Bayerischen Landesamts für Umwelt (LfU), Ronald Burger als Vertreter der Unteren Jagdbehörde sowie 35 Jagdpächter und Eigenjagdbesitzer.

In den letzten Jahren war der Lamer Winkel in Sachen Luchs eher durch negative Schlagzeilen ins Gerede gekommen, zuletzt 2015 durch einen spektakulären und bis heute leider nicht aufgeklärten Fall von Wilderei der geschützten Großkatze. Damals waren vier Pfoten von zwei gewilderten Luchsen in der Nähe einer Wildkamera des Bayerischen Landesamts für Umwelt (LfU) gefunden worden. Die Wildland-Stiftung Bayern stellte seinerzeit sofort eine Anzeige wegen Wilderei bei der Staatsanwaltschaft in Regensburg.

Im vergangenen Jahr vom LfU veröffentlichte Zahlen und die Beobachtungen der Jäger deuten jedoch heute auf eine Stabilisierung der Luchspopulation im Lamer Winkel.

Diese Entwicklung wollen nun die Jäger der Hegegemeinschaft gemeinsam mit der Wildland-Stiftung im Rahmen ihres Projektes dokumentieren und in den kommenden Jahren weiter begleiten. Dabei sollen nicht nur die neuen Wildkameras zum Einsatz kommen, sondern auch die bereits jetzt im Eigentum der Jäger befindlichen Kameras.

Wildkameras sind automatische, über einen Bewegungssensor auslösende und im Gelände installierte Digitalkameras. Sie sind inzwischen Standartwerkzeug der Wildbiologie für die Beobachtung und Erfassung von Wildtieren, insbesondere für Arten, die man aufgrund ihres Aktionsrhythmus und der Größe ihres Streifgebiets selten zu Gesicht bekommt. Dies gilt vor allem auch für den Luchs, wo jedes Einzeltier anhand seines individuell unterschiedlichen Punktmusters identifiziert werden kann.

Für die Auswertung der Bilder ist auch eine wissenschaftliche Begleitung des Projekts geplant. Erste Kontakte sind hierfür bereits geknüpft.

Selbstverständlich soll das gesamte Material auch dem Landesamt für Umwelt als für das bayerische Luchsmonitoring zuständiger Behörde zur Verfügung gestellt werden.

Ein besonderer Dank geht an Baron Eberhard von Gemmingen-Hornberg, Mitglied im Kuratorium der Stiftung und Vorsitzender des Arbeitskreises Luchs – Nordbayern sowie Vorsitzender des BJV-Ausschusses Hochwild, der mit einer großzügigen Spende die Finanzierung der Kameras ermöglichte. Ihm ist es ein besonderes Anliegen, dass auch die Jägerschaft aktiv in das Monitoring der Luchsbestände einbezogen wird und damit zur Aufklärung unterschiedlicher Angaben bei den Bestandszahlen beiträgt.

Titelbild: Luchsbild aus Fotofalle©H-Moser

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