Der Raubwürger – eine bayerische Rarität in der Rhön

Eine der am stärksten bedrohten Vogelarten Bayerns, der Raubwürger, profitiert von den Schutzmaßnahmen, die im Rahmen des Birkwild-Projekts in der Rhön durch die Wildland-Stiftung Bayern organisiert werden.

Ausgezeichnetes Projekt der
UN-Dekade Biologische Vielfalt

Logo RhönsprudelWir danken der Firma Mineralbrunnen Rhön-Sprudel für die  Unterstützung des Engagements der Stiftung im Biosphärenreservat Rhön zum Erhalt des Raubwürgers.

BNFsDie Stelle des Gebietsbetreuers wird gefördert über den Bayerischen Naturschutzfonds.

Strukturreiches Offenland mit einzeln stehenden Bäumen als Ansitzwarten wie hier in der Rhön ist der Lebensraum des seltenen Raubwürgers. Der knapp amselgroße Vogel kann mit seiner auffälligen schwarzgrauen Kopfmaske und seinem hellgrauen Rücken- und weißen Bauchgefieder leicht auf den Baumwipfeln von Fichten und Kiefern oder auf Weißdornbüschen im Naturschutzgebiet erkannt werden. Während der Brutzeit ist der Raubwürger so heimlich, dass er kaum bemerkt wird. Im Hochsommer gelingt es jedoch, auch die Jungvögel zu beobachten. Nach Aussagen von Gebietsbetreuer Torsten Kirchner konnten heuer mindestens acht Brutpaare, die meisten davon mit erfolgreicher Reproduktion, im Naturschutzgebiet „Lange Rhön“ gezählt werden. Weite Offenlandbereiche aber auch Flächen mit kleinen Kahlhieben oder Windwürfen sind dem Raubwürger willkommen. Bekannt ist der Vogel durch das Aufspießen seiner Beutetiere wie Mäuse, kleine Singvögel oder Großinsekten auf Dornen im Gebüsch. Das dient einerseits der Vorratshaltung, andererseits kann die Beute durch das Fixieren leichter mit dem kräftigen Schnabel zerteilt werden. Einzelbäume oder –büsche dienen als Ansitzwarten zu seinen Beuteflügen. Darin baut er auch gut versteckt sein Nest. Verwechseln kann man Raubwürger mit dem etwas kleineren Neuntöter, der ebenfalls in der Rhön als Brutvogel vorkommt. Dieser unterscheidet sich durch seinen hellrosa gefärbten Bauch und den rotbraunen Rücken.

In Bayern zählt der Raubwürger zu den vom Aussterben bedrohten Brutvogelarten. Hauptgründe sind der Verlust des Lebensraums, aber auch vielfältige Störungen durch Freizeitnutzung im Gelände. Im Winter kann er immer wieder an verschiedenen Stellen in Bayern als Gast beobachtet werden.

Die extensive Bewirtschaftung der Bergwiesen in der Langen Rhön sichert den Erhalt der offenen Landschaft für eine Vielzahl von Arten. Davon profitiert neben dem Birkhuhn auch der Raubwürger, die Bekassine, Braunkehlchen und Wiesenpieper sowie eine Vielzahl an Pflanzen- und Insektenarten.