Großes internationales Interesse am Birkwild-Projekt der Wildland-Stiftung Bayern

Birkhühner stehen nicht erst seit der Auswilderung schwedischer Vögel im Focus des Naturschutzes durch die Wildland-Stiftung Bayern im Naturschutzgebiet Lange Rhön. Nun kommen auch Menschen aus Schweden und anderer europäischer Länder, um sich zu dem Projekt zu informieren.

Dass das Birkwildprojekt nicht nur landes- und bundesweit stark im Fokus steht, zeigt sich immer wieder. Allein im Spätsommer und Herbst diesen Jahres waren unterschiedliche Projektbesucher zu Gast bei Gebietsbetreuer Torsten Kirchner von der Wildland-Stiftung Bayern. Den Höhepunkt boten gleich zwei Besuchergruppen aus Schweden.

In offizieller Mission besuchte Dr. Michael Schneider, der die erste Fanggenehmigung im Auftrag des Schwedischen Zentralamts für Naturschutz „Naturvardsverket“ möglich machte, das Projekt. Der gebürtige Unterfranke, der seit langer Zeit in Schweden lebt und arbeitet, kam nicht alleine. Sein Kollege, Nils Mårtenson ist einer von zwei Sachbearbeitern bei Naturvårdsverket, die den Export von Raufußhühner als eine ihrer Arbeitsaufgaben haben. Der Besuch in der Rhön und in Thüringen war dazu gedacht, ihm den notwendigen Hintergrund zum Rhöner Projekt und zum Thüringer Projekt für seine Arbeit zu geben. Die schwedischen Behörden nehmen also die Projekte sehr ernst und kümmern sich, wie es in den Auswilderungsgebieten mit den Birkhühnern weiter geht. Dr. Schneider hatte schon mehrfach bei Veranstaltungen geäußert, dass das Rhönprojekt beispielhaft und die Messlatte für andere Translokationsprojekte für Raufußhühner darstelle. Das hörte Dr. Thomas Keller von der Regierung von Unterfranken sehr gerne. Er war ebenfalls in die Rhön gereist, um die schwedischen Gäste zu begrüßen.

Gleichzeitig wurde ein weiterer Besuch vorbereitet, denn Anfang Oktober besuchte eine große Reisegruppe mit rund 50 Mitarbeitern der Bezirksregierung in Västerbotten in Schweden mehrere Tage den Regierungsbezirk Unterfranken, um sich deutsche Naturschutzarbeit erläutern zu lassen. Auch bei dieser Gelegenheit verbrachte Gebietsbetreuer Torsten Kirchner einen ganzen Tag mit den schwedischen Gästen um Dr. Michael Schneider auf der Langen Rhön. Die Teilnehmer informierten sich zugleich in der Verwaltungsstelle des Biosphärenreservats Rhön über die Umsetzung der Biosphärenreservats-Philosophie in der Rhön.

Die Geländepraxis zur Auswilderung und die Telemetrie der besenderten Vögel waren vor allem für die belgische Gruppe um Michele Loneux aus Belgien interessant. Die Biologin war mit ihren Projektbetreuern aus dem Hohen Venn angereist, nachdem im Jahr 2017 erstmals Birkhühner in Kooperation und Fahrgemeinschaft aus Mittelschweden transportiert worden waren. Ein Highlight gelang: Torsten Kirchner konnte eine besenderte Henne mit Gesperre vorführen – das war mehr als glücklich und beeindruckte die belgischen Besucher sehr.

Auch eine Gruppe mit spanischen Raufußhuhnforschern machte bei ihrem Deutschland-Urlaub einen kleinen Umweg, um in der Rhön die Lebensräume der Birkhühner in Augenschein zu nehmen. Daneben konnte der Gebietsbetreuer auch die ehemalige innerdeutsche Grenze am Rande des Naturschutzgebiets zeigen, was bei den spanischen Besuchern auf großes Interesse stieß.

 

Ausgezeichnetes Projekt der
UN-Dekade Biologische Vielfalt

Logo RhönsprudelWir danken der Firma Mineralbrunnen Rhön-Sprudel für die großzügige Unterstützung des Engagements der Stiftung im Biosphärenreservat Rhön.

BNFsDie Stelle des Gebietsbetreuers wird gefördert über den Bayerischen Naturschutzfonds.