Infoabende „Natur.Vielfalt.Isental“

Im Januar luden die beiden Projektbetreuerinnen Gabi Nikles und Anja Thole gemeinsam mit dem Geschäftsführer der Wildland-Stiftung, Eric Imm, zu den alljährlichen Infoabenden zum „Natur.Vielfalt.Isental“-Projekt ein.

In Walkersaich und Dorfen versammelten sich im Januar an zwei Terminen insgesamt über 60 Jäger, Landwirte und interessierte Bürger, um sich über das Projekt „Natur.Vielfalt.Isental“ zu informieren. Projektbetreuerin Gabi Nikles stellte zunächst die Rahmenbedingungen des fünfjährigen, landkreisübergreifenden Projekts vor: So zeigte sie die Ausdehnung des 1.150 ha großen Projektgebiets zwischen Lengdorf im Westen und Rattenkirchen im Osten mit den sechs Schwerpunktgebieten, in denen vorrangig Maßnahmen umgesetzt werden sollen. Auch ging sie auf die Besonderheit des Zusammenschlusses der fünf beteiligten Kommunen Lengdorf, Dorfen, Schwindegg, Obertaufkirchen und Rattenkirchen sowie der Wildland-Stiftung Bayern zu einer Trägergemeinschaft ein, die das Projekt aktiv lenkt. Gabi Nikles erläuterte, dass der Erhalt und Schutz der Kulturlandschaft im Isental mit seinen z.T. sehr seltenen Tier- und Pflanzenarten oberstes Ziel des Projekts sei. Gemeinsam mit den ortsansässigen Landnutzern, insbesondere den Landwirten und Jägern wolle man Teilbereiche naturverträglich nutzen. Dabei sind v.a. sehr nasse oder brachgefallene Flächen von Interesse, die für die konventionelle landwirtschaftliche Nutzung nicht von Bedeutung sind. Projektbetreuerin Anja Thole gab anschließend einen kurzen Rückblick über die Aktivitäten im vergangenen Jahr und berichtete von Ferienprogrammen, Kinder-Kino-Nachmittagen, Führungen und Projekten für Kinder und Erwachsene, der Auftaktveranstaltung im Dorfener Moos sowie von der Durchführung von Landschaftspflegemaßnahmen wie der händischen Entfernung von Mähgut mit einer Schulklasse oder der Entlandung von Wiesenmulden, sog. Seigen. Auch Maßnahmen die nach außen weniger sichtbar sind, wie die Planung der Maßnahmen, die Beantragung von Fördermitteln, die Erstellung von Materialien für die Öffentlichkeitsarbeit oder die Beratung von Flächeneigentümern und Landwirten wurde angesprochen. Diese können beispielsweise durch den Abschluss eines Vertragsnaturschutzprogramms (VNP) bei der Unteren Naturschutzbehörde Geld dafür bekommen, dass sie einen späteren Zeitpunkt für die erste Mahd wählen und auf die Düngung der Fläche verzichten. Im Ausblick auf das Jahr 2017 stellte Anja Thole die geplanten Landschaftspflegemaßnahmen u.a. auf den neuen Pachtflächen im Dorfener Moos vor und erzählte von weiteren Umweltbildungsprojekten wie z.B. die Begleitung eines Praxis-Seminars am Gymnasium Dorfen, das sich mit der Gestaltung des Isenauenparks in Dorfen beschäftigen wird. Auch die Fortführung der Beweidung mit Wasserbüffeln im Thalhamer Moos sei ein Thema im kommenden Frühjahr genauso wie weitere Veranstaltungen im Jahresverlauf.

In der anschließenden Diskussionsrunde in Dorfen wurden Themen wie die Erweiterung des Wiesenbrüterschutzgebiets östlich von Dorfen und die z.T. widersprüchliche Regelung dazu zur Sprache gebracht. Der Naturschutzwächter Franz-Josef Grünaug stellte die Frage, warum das Betreten der Wiesen in der Zeit von 15. März bis 15. Juli verboten sei, die Landwirte allerdings während dieser Zeit weiterhin ihre Flächen intensiv bewirtschaften dürfen und damit oftmals die Gelege der Wiesenbrüter zerstören. Der Geschäftsführer der Wildland-Stiftung Bayern, Eric Imm, gibt zu bedenken, dass man nicht in die Produktionsbedingungen der einzelnen Landwirte eingreifen könne und merkt an, dass auch Landwirte nach betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten handeln müssen. Man versuche aber mit den Landwirten ins Gespräch zu kommen und wenn möglich Wiesenbrütergelege, so sie denn gefunden werden, durch einzelne Maßnahmen zu schützen. Darüber hinaus ist die Betretungsregelung durch die Wiesenbrüterverordnung ein Problem für viele Hundebesitzer, die im stadtnahen Bereich seit vielen Jahren mit ihren Hunden unterwegs sind, so Grünaug. Herr Imm stimmt dem zu und appelliert an Bürgermeister Heinz Grundner, eine alternative Gassi-Route in Stadtnähe anzubieten, an der Hunde auch frei laufen können. Auch Probleme mit einem Schäfer, der jedes Jahr seine Tiere auf sensiblen Wiesen pfercht, wurden angesprochen. Zur Lösung dieser Problematik hat Bürgermeister Grundner angeboten, das Gespräch mit dem Schäfer zu suchen, wenn er wieder vor Ort sei, um eine für alle Beteiligten akzeptable Variante zu finden. Mit vielen guten Gesprächen endeten die beiden Abende und alle Anwesenden waren sich letztendlich einig, dass man nur gemeinsam etwas für die Natur erreichen kann.