Wildes Kraut- Ferienprogramm für Dorfen und Lengdorf

Am sehr sonnigen und sehr heißen ersten Ferienmontag trafen sich insgesamt 17 Kinder aus Dorfen und Lengdorf am Dorfener Stadtrand um gemeinsam mit den beiden Natur.Vielfalt.Isental-Projektbetreuerinnen Gabi Starzer und Anja Thole die Wilden Kräuter unter die Lupe zu nehmen.

Nach einer kurzen Begrüßungsrunde war als Einstieg auch gleich der Geruchssinn der Kinder gefragt: Der Inhalt von fünf Riechsackerln sollte erschnüffelt werden. Neben bekannteren Gerüchen wie Minze oder Salbei war es schon schwieriger die übrigen Pflanzen anhand des Duftes zu erkennen: Den Geruch des Wilden Oreganos verknüpften viele mit Pizza oder Tomatensauce, auch die Brennnessel wurde richtig erschnüffelt. Einzig das invasive Indische Springkraut wusste geruchlich niemand einzuordnen. Nach kurzen Infos zu den jeweiligen Pflanzen stand eine Mutprobe bevor: Wer traut sich mit der Hand in das Sackerl mit den Brennnesseln zu fassen? Nachdem Gabi Starzer keinerlei Schäden davon getragen hat, trauten sich auch die Kinder und lauschten gespannt der Erklärung, warum die sonst so schmerzhafte Berührung nun keine juckenden Blasen hinterlässt.

Aufgeteilt in vier Gruppen sollten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nun möglichst viele verschiedene Pflanzen auf der Wiese sammeln. Erst bei genauerem Hinsehen erkannte man, dass zwischen den auffälligen Blütenpflanzen auch noch viele weitere unscheinbarere Pflanzen auf der Wiese wachsen. Im Schatten wurden dann die Funde gemeinsam bestimmt und die Kinder erfuhren viel Wissenswertes zu den einzelnen Pflanzen: So enthält beispielsweise das Mädesüß den gleichen schmerzstillenden Wirkstoff wie Aspirin. Die Blätter und Blüten des Mädesüß als Tee zubereitet, helfen dementsprechend genauso gegen Kopfschmerzen wie die chemisch hergestellte Aspirin-Tablette. Anschließend war es Zeit für eine kleine Stärkung mit Kräuterquark aus Wildkräutern auf frischem Bauernbrot.

Mit neuer Energie ging es dann an die Herstellung von Saatgut-Kugeln, sogenannten Seed bombs, die dann einfach in den heimischen Gärten ausgeworfen werden können und dort für blühende Vielfalt für Insekten und Menschenaugen sorgen. Zur Herstellung der Seed bombs wurde Tonerde mit handelsüblicher Torf-freier Blumenerde und heimischem Saatgut aus dem Isental mit etwas Wasser vermengt und von den Kindern zu kleineren oder größeren Kugeln geformt. Während der Trocknungszeit sorgte das Spiel „Luchs und Reh“ für eine kleine Erfrischung, denn das mit einer Wasserpistole „bewaffnete“ Reh sollte mit Hilfe seines Gehörsinns herausfinden, von wo sich der Luchs anschleicht und mit einem Wasserspritzer in die richtige Richtung konnte es sich vor dem Angriff des Luchses in Sicherheit bringen. Zum Schluss durfte jeder seine getrockneten Seed bombs sowie ein tolles Lupen-Lesezeichen und den Bastelbogen „Erkennen und Bestimmen vonWiesenpflanzen“ mit nach Hause nehmen, um dort für mehr Blütenreichtum zu sorgen und um auch in Zukunft die verschiedenen Wiesenpflanzen richtig bestimmen zu können.