„Heimat heute – Heimat morgen“ im Thalhamer Moos

Im Rahmen des Studiengangs „Heimat heute – Heimat morgen“ des Kreisbildungswerks Mühldorf am Inn informierten sich im Oktober die Teilnehmer bei einem Kooperationsprojekt von Wildland-Stiftung Bayern und Bund Naturschutz im Thalhamer Moos über die schützenswerte Natur im Niedermoorgebiet in der Flussaue der Isen.

Anja Thole und Gabriele Nikles von der Wildland-Stiftung Bayern führten die Gruppe in einem ersten Teil des Vormittags durch das Thalhamer Moos und erklärten anschaulich die Zielsetzung im Niedermoorgebiet: Der mosaikartige Komplex aus Feuchtwiesen, Streuwiesen, alten Torfstichen und Weidengebüschen soll auch weiterhin Lebensraum vieler, zum Teil seltener Tier- und Pflanzenarten sein. Deshalb ist es auch wichtig, die Kulturlandschaft weiterhin zu nutzen um beispielsweise ein Zuwachsen von wertvollen, artenreichen Streuwiesen zu verhindern. Die Wildland-Stiftung Bayern engagiert sich seit vielen Jahren im Gebiet und führt immer wieder verschiedene Naturschutzmaßnahmen wie z.B. die Anlage von flachen, wassergefüllten Wiesenmulden, sog. Seigen durch. An der nachgebauten Torfhütte angekommen, informierten sich die Teilnehmer über die verschiedensten Tier- und Pflanzenarten, die im Thalhamer Moos beheimatet sind. So erfuhren sie Wissenswertes zu Kiebitz, Bekassine, Wiesenknopf-Ameisenbläuling und zur gefährdete Sumpf-Heidelibelle sowie zu den Pflanzenarten Teufelsabbiss, Trollblume oder Schlangen-Knöterich.

Wieder in Walkersaich angekommen, berichtete Gerd Ruchlinski vom Bund Naturschutz Waldkraiburg in einem zweiten Teil des Vormittags in der Schlosswirtschaft über aktuelle Straßenbauprojekte und deren historischen Hintergrund im Isental. Nicht nur der Bau der A94, mittlerweile an den Rand des Isentals verlegt, wurde thematisiert, sondern auch der Ausbau der B15 neu. Beides große Projekte, die die Zerschneidung der Landschaft zur Folge haben. Gerd Ruchlinski konnte aufgrund seines langjährigen Engagements viele Anekdoten der mittlerweile jahrelang andauernden Planungsphase dieser Projekte, der Geschichte des Widerstands und der  Haltung des Naturschutzes erzählen.

Zum Abschluss des ereignisreichen Tages statteten die Teilnehmer den beiden Wasserbüffelkühen Ilvy und Ida auf der Fläche des Wasserwirtschaftsamts Rosenheim noch einen kurzen Besuch ab. Von Anja Thole und Gabriele Nikles erfuhren die Teilnehmer, dass die Beweidung mit Wasserbüffeln erst durch ein Kooperationsprojekt des Bund Naturschutz, der Wildland-Stiftung, dem Wasserwirtschaftsamt Rosenheim, der Unteren Naturschutzbehörde Mühldorf, der Gemeinde Schwindegg und nicht zuletzt den Haltern der Wasserbüffel möglich wurde. Jetzt im Herbst lässt sich sehr gut erkennen, welche Vorteile die Beweidung hat: Die Wasserbüffel fressen im Gegensatz zum heimischen Fleckvieh nicht nur Süßgräser, sondern auch die eher harten Sauergräser und schaffen darüber hinaus durch das Suhlen im Schlamm auch viele kleine Wasserstellen, die wiederum Lebensraum für viele Insekten und Amphibien sind.