Wunderland am Wegesrand

Mit leuchtenden Augen und glücklichen Gesichtern stehen die Schüler der Grundschule Neumarkt St. Veit vor „ihrem“ neu geschaffenen Lebensraum. Wo vor wenigen Monaten noch ein brauner Acker war, erstreckt sich nun ein buntes Blütenmeer. Beinahe 80 Kinder und ihre Lehrkräfte aus vier ersten Klassen der Grundschule Neumarkt St. Veit durften an einem umfangreichen Umweltbildungsprojekt zum BJV-Jahresnaturschutzthema „Saumbiotope“ teilnehmen. Jagdaufseher Franz Ertel und Diplom-Biologin und -Pädagogin Angelika Vago leiteten das dreiteilige Projekt. Die Einführung fand im Klassenzimmer statt, wo alle Klassen den Lebensraum mit ihrer Tier- und Pflanzenausstattung anhand von Dias, Dioramen, Postern und Tierpräparaten kennen lernten.
Im zweiten Block sollte dann ein Ackerrandstreifen selbst angebaut werden. Versteckt am Waldrand, mit großen Maschinen nur schlecht erreichbar, fand Franz Ertel den idealen Platz für das Projekt – ein 16 m breiter Streifen. Nachdem vom Grundbesitzer die Genehmigung zur Umsetzung des Projektes auf seinem Grund eingeholt war, musste das Saatgut organisiert werden. Dieses wurde freundlicherweise von der Firma „Saaten Zeller“ zur Verfügung gestellt und extra gemischt. Nun waren die Schüler gefragt: Ausgerüstet mit Kleegeigen und Rechen machten sie sich nach kurzer Einführung durch Franz Ertel und Angelika Vago ans Werk und brachten das Saatgut per Hand aus.
Eine anstrengende Aufgabe, doch die Mühe hat sich gelohnt: Bei ihrem dritten Treffen im Juni staunten die Kinder nicht schlecht, als sich der Lebensraum in ein grünes Meer mit bunten Tupfern von Lein, Buchweizen, Klatschmohn und vielem mehr verwandelt hatte. Tausende von Insekten, wie Schmetterlinge, Hummeln und Bienen tummelten sich dort.
Hoch motiviert machten sich die Kinder sodann ans Werk und stellten beim Bau von Blumenpressen ihr handwerkliches Geschick unter Beweis. Die Wartezeit an der Bohrmaschine wurde mit der Erforschung der angrenzenden Wiese überbrückt. Becherlupen halfen dabei die winzigen Wiesenbewohner genauer zu betrachten und zu unterscheiden. Auch Blüten wurden gesammelt und gleich in die selbst gebaute Blumenpresse gelegt, um auch später noch eine Erinnerung an die vielen bunten Blumen zu haben.
Mitte September werden die Kinder noch einmal ihr Werk begutachten und einen Blumenstrauß als Dankeschön für den Grundbesitzer pflücken. Nach diesem letzten Besuch wird der Lebensraum ganz der Tierwelt überlassen und frühestens im nächsten Frühjahr gemäht.