Kinder lernen die Bedeutung von Ackerwildkräutern kennen

Nur was man kennt, schützt man auch – ein wahrer Satz, den sich die Wildland-Stiftung Bayern und die Ökomodell-Region Isental zu Herzen genommen haben und sich freuen, wenn sie Groß und Klein für die Natur begeistern können. In diesem Umweltbildungs-Projekt durften die zweiten Klassen der Grundschule Schwindegg und die Vorschulkinder des Montessori-Kindergartens Neuötting ihr Wissen zum Thema „Ackerwildkräuter“ erweitern.

In Schwindegg unterstützte auch das Wasserwirtschaftsamt Rosenheim als Flächeneigentümer mit Stephan Larasser die Aktion vor Ort. Bereits durch den Schulunterricht gut vorbereitet, stellten die Schüler ihre Artkenntnisse zu Feldsalat, Acker-Rittersporn, Ackerröte und Co. vor.

Vom Theoretischen ins Praktische leitete dann Landwirt Georg Hans über und zeigte den Kindern wie das von ihm mühevoll geerntete heimische Saatgut zur erleichterten Aussaat mit Sand vermischt und im runden Bogen schwungvoll aufs Feld ausgesät wird. Rosa Kugler von der Ökomodell-Region Isental erklärt: „Mit der Aussaat allein ist es jedoch nicht getan. Ackerwildkräuter sind Lichtkeimer, was bedeutet, dass sie nicht in den Boden eingearbeitet werden müssen. Damit sie bei Wind oder Regen aber nicht davongetragen werden, ist es notwendig die Samen anzudrücken.“

Um die Samen festzutreten wurden die Kinder mit Bretter ausgestattet. In Dreiergruppen mussten sie dann ihre Teamfähigkeit unter Beweis stellen, um das wertvolle Saatgut im Gleichschritt festtreten zu können. Auch Herr Dr. Dürner, Bügermeister der Gemeinde Schwindegg half tatkräftig mit.

Nach getaner Arbeit erklärte Gust Obermeier, passionierter Biolandwirt, worauf es bei einem guten Boden ankommt. Bei ihm verloren auch „schmutzscheue“ Kinder ihre Berührungsangst und erfuhren, wie gut ein biologisch bewirtschafteter Ackerboden riechen kann. Nach einem ereignisreichen Vormittag spendierte Gust Obermeier eine Brotzeit und bei Butterbreze und Apfelschorle konnten die Kinder ihr getanes Werk betrachten.

Auch die Vorschulkinder des Montessorikindergartens Neuötting hatten die Möglichkeit an einem weiteren Vormittag an diesem speziellen Umweltbildungs-Projekt teilzunehmen. Sie waren zu Gast bei Biolandwirt Hilarius Häusler, der sie auf seinem Hof begrüßte. Hier erfolgte spielerisch die Einführung zum Thema von Rosa Kugler, Ökomodell- Region Isental, und Michael Stadler, Untere Naturschutzbehörde Mühldorf. Viel Spaß war angesagt als es mit Georg Hans dann zum Aussäen über den Acker ging und die Samen danach festgetreten wurden. Zum Abschluss gab es für die Kinder noch Krunchy Müsli, überreicht von Andreas Bentlage von der Barnhouse Naturprodukte GmbH. Diese hatte dankenswerterweise auch das Saatgut für dieses Projekt finanziert.

Die Wildland-Stiftung Bayern, die Ökomodell-Region Isental und die Landwirte waren sehr zufrieden mit dieser Aktion: Wenn alle an einem Strang ziehen, bewegt sich etwas. Das geht von der Bewusstseinsbildung bei den Kindern aus, die ihre Erfahrungen ins Elternhaus tragen und sich das Erlernte hoffentlich lange bewahren. Dann kann es bis hinaus aufs Feld reichen und kommt am Ziel an, im Wiedererkennen und der Wertschätzung der Artenvielfalt.