Was wollen wir bewirken?

Wir möchten Groß und Klein für die heimische Flora und Fauna begeistern: Fühle die Rinde eines Baumes, höre das Gezwitscher eines Vogels und lerne Tierspuren erkennen. Erlebe die Natur mit allen Sinnen. Kinder, Jugendliche und Erwachsene lernen die Schönheit ihrer Umwelt kennen und begreifen, dass der Schutz der biologischen Vielfalt uns alle betrifft. Gerade die ganz Kleinen unter uns sind sehr begeisterungsfähig und daher eine ganz besondere Zielgruppe unserer Umweltbildung. Mit einer Kombination aus Abenteuer, Erlebnis und Wissensvermittlung setzen wir uns mit großem Engagement für dieses Ziel ein.

Bedrohte Tierarten, wie beispielsweise der Fischotter bedürfen unserer besonderen Aufmerksamkeit. Durch eine vielfältige Ausstellung im „Otterhaus Bayern“ wird der Bevölkerung die Lebensweise dieser Tiere näher gebracht und somit ein Bewusstsein für die Bedeutung des Artenschutzes geschaffen. Nur was ich selber kenne, kann ich nachhaltig schützen und bewahren.

Ferienprogramm: Wilde Schatzsuche durchs Isental

Durch die finanzielle Unterstützung der Wildland-Stiftung Bayern konnte über das Projekt FOKUS Natur.Vielfalt.Isental auch dieses Jahr wieder ein Ferienprogramm ermöglicht werden.

Dorfen / Thalhamer Moos – Ausgestattet mit Entdeckergeist und jeder Menge Neugier machten sich in den Sommerferien zahlreiche Kinder auf eine ganz besondere Expedition. Unter dem Motto „Wilde Schatzsuche durchs Isental“ fanden in Dorfen und im Thalhamer Moos zwei erlebnisreiche Aktionstage statt. Auf spielerische und fachkundige Weise lernten die Ferienkinder die Lebensräume im Isental und seine biologische Vielfalt kennen.

Ein großer Dank geht dabei an unsere beiden Betreuer Monika Kurz und Michaela Löffl, die die Natur vor Ort erlebbar machten, sowie an die Wildland-Stiftung Bayern, durch deren finanziellen Unterstützung das Angebot stattfinden konnte.

FOKUS Natur.Vielfalt.Isental ist ein Gemeinschaftsprojekt der Gemeinden Lengdorf, Obertaufkirchen, Schwindegg, Rattenkirchen, der Stadt Dorfen, der Wildland-Stiftung Bayern und dem LPV Mühldorf. Gefördert wird das Projekt vom Bayerischen Umweltministerium über die Landschaftspflege und Naturparkrichtlinie.

Wildland-Stiftung Bayern wieder im Sudetenhaus Waldkraiburg aktiv

Nur was Kinder mit allen Sinnen erleben, wird auch wirklich wahrgenommen und bleibt im Gedächtnis. Um dem gelebten Naturschutz wieder gerecht zu werden, haben die Wildland-Stiftung Bayern und die Kreisgruppe Mühldorf am Inn den Treffpunkt Wildland auf dem Gelände des Schullandheims „Haus Sudetenland“ wiederbelebt.

Der „Treffpunkt Wildland“ und der „Na-Ku-Wu-Pfad“ sind eine Umweltbildungs-Initiative der Wildland-Stiftung Bayern. Sie wurde 1997 zusammen mit den Jägern der Kreisgruppe Mühldorf am Inn ins Leben gerufen und 2001 mit Beteiligung der Kreisgruppe Altötting als außerschulische Umweltbildungsinitiative angeboten. Der „Na-Ku-Wu“-Lehrpfad wurde im Jahr 2007 gemeinsam mit dem Schullandheim „Haus Sudentenland“ auf einem etwa drei Hektar großen Gelände in Waldkraiburg eröffnet. Unter dem Motto „Der Weg ist das Ziel“ wurden im Laufe der Jahre tausende Schüler und Interessierte auf dem Gelände betreut. In regelmäßigen Abständen findet man in vielen Publikationen Klagen darüber, dass Kinder und Jugendliche keine Ahnung mehr von unserer heimischen Natur haben. Zwar kennen sie aus den sozialen Medien oder aus dem Tierpark noch Löwen, Elefanten, Giraffen oder Zebras, aber das heimische Reh können sie nicht vom Rothirsch unterscheiden. Häufig kennen sie mehr Automarken als einheimische Baum- oder Vogelarten. Vom Bedauern dieser Zustände allein wird es jedoch nicht besser. Interesse und Neugier für Flora und Fauna sowie unsere Wildtiere können wir nur wecken, wenn es gelingt, alle diese Themen richtig spannend zu vermitteln.

Im Oktober 2025 konnten wir bereits die ersten Schüler einer Grundschule aus München begrüßen und es sind weitere Termine bis 2026 gebucht. Die beiden Jägerinnen Sonja Hundhammer von der Jagdschule Hundhammer und Michaela Löffl, Öffentlichkeitsreferentin der Kreisgruppe Mühldorf am Inn, haben mit ihrem umweltpädagogischen Bildungsangebot „Schlaufüchse“ sowie der Unterstützung durch die Wildland-Stiftung Bayern und deren Kreisgruppenvorsitzenden Sascha Schnürer ein interessantes und erlebbares Programm zusammengestellt, was alle Sinne der Kinder schärfen soll. Neben einem Pirschpfad, auf dem die Kinder Spuren von Wildtieren entdecken und zuordnen konnten, wurde der Lebensraum von Wildtieren erkundet, die Nahrungskette aufgezeigt und auch die Rolle des Menschen besprochen. Es war den Jägerinnen besonders wichtig, den Kinder die Verantwortung jedes Einzelnen für die Umwelt aufzuzeigen und Pflanzen, Pilze und Tiere mit Respekt zu behandeln. Beim Tierweitsprung durften sich Schüler wie Lehrer mit der Sprungweite von Hase, Fuchs und Reh messen. Ein besonderes „Zuckerl“ für die Kinder hatte Sonja Hundhammer noch dabei: Nach dem erlebnisreichen Programm zeigte die Falknerin den Kindern ihre Wüstenbussard-Dame „Rapunzel“ und der spannende Tag endete mit einer kleinen Greifvogel-Flugschau. Die Schüler waren begeistert und unser Anspruch wurde mehr als erfüllt. Der „Treffpunkt Wildland“ in Waldkraiburg ist wiedererwacht.

Biodiversität schmeckt – Leckeres aus dem Isental

Im Rahmen eines Praxis-Seminars am Gymnasium Dorfen erfahren Schüler der 11. Jahrgangsstufe mehr zur Biodiversität oder – anders genannt – die biologische Vielfalt unserer Heimat. Hierbei wurden in der Schule bereits die wichtigsten heimischen Pflanzenfamilien von den Schülern über Referate vorgestellt und im Klassenzimmer besprochen. Als Praxisteil soll nun dieses Wissen vertieft werden, indem die Schüler selbst Exkursionen mit Fachstellen organisieren. So konnte bei einem Ausflug ins Isental zusammen mit der Betreuerin des Projektes Natur.Vielfalt.Isental die Pflanzenvielfalt von den Schülern hautnah erlebt werden. Neben praktischen Tipps zur Verwendung der einzelnen Pflanzen gab es auch ein Geruchskonzert von Nelkenwurz, Rossminze und Knoblauchrauke. Zum Abschluss der Wanderung wurden die gesammelten Pflanzen gemeinsam zu einer Wildkräuterbutter sowie einer Kräuterschorle verarbeitet und bei einer Brotzeit die Biodiversität des Isentals verköstigt.

Bild: Wildland-Stiftung Bayern
Bildquelle Titelbild: Andrea Kerscher