Kennst du dich mit den Tieren und Pflanzen des Wassers aus?

Wasser ist Grundlage allen Lebens. In Bächen, Flüssen, Seen und Feuchtgebieten tummeln sich viele verschiedene Tierarten. Das Grundwasser ist Trinkwasserspender und Lebensraum zugleich.

Die Erde wird auch als „blauer Planet“ bezeichnet. Etwa 29% der Erdoberfläche besteht aus Land. Die restlichen 71% sind mit Wasser bedeckt. Nicht das gesamte Wasser auf der Erde ist als Trinkwasser nutzbar. Der größte Teil des Wassers ist nämlich Salzwasser (97,4%) und befindet sich in den Weltmeeren. Ein Teil des Wassers auf der Erde ist als Eis und Schnee gebunden (2,6%). Dies ist zwar Süßwasser, aber es liegt in fester Form vor und wir können es nicht so ohne Weiteres nutzen. Nur ca. 0,3 % des Wassers auf unserer Erde ist Süßwasser, das uns zur Verfügung steht.

Gewässer des Binnenlandes sind sehr unterschiedlich. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen stehenden und fließenden Gewässern, wobei Seen, Teiche und Weiher zu den stehenden Gewässern und Flüsse und Bäche zu den Fließgewässern zählen. Ob groß oder klein, Gewässer werden von vielen verschiedenen Lebewesen aller Art und Größe bewohnt. Die Artenzusammensetzung hängt sehr stark von der Qualität des Wassers ab, der so genannten Gewässergüte. Die Güteklasse wird anhand der dort lebenden Kleintiere – den Bioindikatoren – bestimmt. Von der Quelle bis zur Mündung gibt es in einem natürlichen Fließgewässer große Veränderungen. Man unterscheidet daher drei große Abschnitte: den Oberlauf, den Mittellauf und den Unterlauf. Genau wie bei den fließenden Gewässern hängt auch bei den stehenden Gewässern die Artenzusammensetzung von der Qualität des Wassers ab. Ein Tümpel ist ein sehr flaches Gewässer, das in Bodensenken oder an Quellen entsteht. Aufgrund der geringen Tiefe können Tümpel im Sommer bei langanhaltenden hohen Temperaturen gelegentlich austrocknen. Weiher sind ebenfalls natürliche stehende Gewässer, jedoch mit bis zu zwei Metern, etwas tiefer als Tümpel. Bei starker Sonneneinstrahlung erwärmt sich der Weiher, trocknet jedoch nicht aus. Dies trifft auch auf Seen zu. Aufgrund ihrer Tiefe (ab 8 – 10 m) ist ein Pflanzenbewuchs nur im Randbereich vorhanden. Teiche sind im Gegensatz zu Tümpeln und Weihern vom Menschen geschaffene Lebensräume. Sie können jedoch bei naturnaher Gestaltung zu wichtigen Ersatzlebensräumen für Wasserlebewesen werden. Ein stehendes Gewässer, wie z. B. ein See, ist keineswegs einheitlich gegliedert. Er besteht aus mehreren Zonen, die seinen Bewohnern unterschiedliche Lebensbedingungen bieten. Man unterscheidet: Uferzone, Bodenzone, Tiefenzone und Freiwasserzone.

Ein Gewässer verändert sich im Jahreslauf. Im Winter, wenn eine geschlossene Eisdecke über dem Teich liegt, wirkt er tot und verlassen. Erst Ende Februar scheint das Leben wieder zurückzukehren. Die Wasservögel tragen ihr farbiges Prachtgefieder und erste Balzhandlungen, wie das Nickschwimmen oder der Grunzpfiff, zeigen die beginnende Balz der Stockente an. Im März finden die Laichwanderungen der Grasfrösche statt, wobei die Männchen mit Lockrufen um die Weibchen werben. Erdkröten ziehen zu ihren Laichgewässern, in denen sie ihre Eier in Doppelschnüren ablegen. Etwas später treffen dort auch Moor- und Grasfrösche ein. Drei bis vier Wochen nach der Eiablage schlüpfen die winzigen Kaulquappen. Im März fallen in Gewässernähe und auf Feuchtwiesen Kiebitze mit ihrem torkelnden Balzflug auf. Die ständig mit dem Schwanz wippenden, schwarz-weißen Bachstelzen sind die ersten Insekten fressenden Vögel, die aus ihren Winterquartieren zurückgekehrt sind.

Auch die Pflanzenwelt erwacht langsam aus dem „Winterschlaf“. Schlüsselblumen säumen die Gewässer mit leuchtend gelben Blüten. An Weiden, Erlen und Holunder sind erste grüne, behaarte Blättchen zu entdecken. Im April entfaltet die Sumpfdotterblume ihre glänzenden, gelben Blüten und die ersten Kaulquappen sind zu sehen. Dicht unter der Wasseroberfläche jagen Rückenschwimmer Kaulquappen oder ins Wasser gefallene Insekten. Eintagsfliegen halten ihre Hochzeit über langsam fließenden, sauberen Gewässern ab. Sie sind leicht erkennbar an ihren drei Schwanzanhängen und dem Adernetz auf den Flügeln. Im Sommer ist die Pflanzenwelt im und am Wasser überwältigend. See- und Teichrosen stehen in voller Blüte. Am Gewässerufer verströmt das Mädesüß seinen mandelartigen Duft. Überall summen und brummen Mücken, Wespen und Käfer über dem Wasser. Als gewandte Flieger sind Libellen zu beobachten mit ihren typischen Paarungsrädern. Im Wasser tummeln sich Kaulquappen und zahlreiche Insektenlarven.

Weiterführende Informationen:

https://www.wildland-bayern.de/wp-content/uploads/2020/04/Einführung_Wasser1.pdf

und

https://www.wildland-bayern.de/wp-content/uploads/2020/04/Einführung_Wasser2.pdf

Aktions-Tipps:

Im Sommer, wenn es heiß ist, macht es Spaß sich im nahe gelegenen Bach zu erfrischen und nebenbei die Flora und Fauna des heimischen Gewässers zu untersuchen. Denke daran, dass du deine Forschungen immer zusammen mit einem Erwachsenen durchführst! Bei Hochwasser ist Forschen am Wasser nicht erlaubt!

Was du für eine Biologische Gewässeruntersuchung benötigst und wie es geht, findest du hier:

Allgemeine Informationen zur Biologischen Gewässeruntersuchung: https://www.wildland-bayern.de/wp-content/uploads/2020/06/Biologische-Gewässeruntersuchung.pdf

Bestimmungshilfe zum selber basteln: https://www.wildland-bayern.de/wp-content/uploads/2020/05/Bastelbogen-Wasser_CMYK_20181112-komprimiert.pdf

Hier geht es zum Arbeitsblatt Biologische Gewässeruntersuchung: https://www.wildland-bayern.de/wp-content/uploads/2020/04/Gewässeruntersuchung.pdf

Lösung Biologische Gewässeruntersuchung: https://www.wildland-bayern.de/wp-content/uploads/2020/04/Gewässeruntersuchung_Lösung.pdf

„Rindenschifferl“ basteln: Boote aus Naturmaterialien zu basteln geht ganz einfach. Du benötigst ein Stück Rinde, Zahnstocher und ein großes Blatt, z.B. vom Ahorn. Auf deinem Rindenstück befestigst du mit dem Zahnstocher das Blatt, das als Segel dient. Nun suchst du dir einen Bach mit ausreichender Strömung und lässt dein Boot zu Wasser.

Kennst du die Tiere im und am Wasser? Hier kannst du dein Wissen testen:

Arbeitsblatt „Tiere in und am Wasser“: https://www.wildland-bayern.de/wp-content/uploads/2020/04/Arbeitsblatt_Tiere_am_Wasser.pdf

Lösung Arbeitsblatt Tiere in und am Wasser: https://www.wildland-bayern.de/wp-content/uploads/2020/04/Arbeitsblatt_Tiere_am_Wasser_Lösung.pdf

Rätsel für kleine Wasserforscher:

In unserem Suchsel zum Lebensraum Wasser sind insgesamt 12 Wassertiere sowohl waagrecht als auch senkrecht versteckt. Findest du sie alle?

Suchsel: https://www.wildland-bayern.de/wp-content/uploads/2020/05/Suchsel_Wasser.pdf

Wenn du gar nicht mehr weiterkommst, findest du hier die Lösung:

Lösung Suchsel: https://www.wildland-bayern.de/wp-content/uploads/2020/05/Suchsel_Wasser_Lösung.pdf

Wir möchten uns an dieser Stelle ganz herzlich bei Esther Lindner bedanken, die uns in dieser außerordentlichen Zeit die Bastelmaterialien kostenfrei zur Verfügung stellt!
https://www.estherlindner.de/Kontakt/EstherLindner.html

Die Arbeitsblätter und Texte sind dem Handbuch zur Umweltbildung „Natur erleben und begreifen“ der Wildland-Stiftung Bayern und des Bayerischen Jagdverbandes entnommen.
https://www.wildland-bayern.de/service/materialien-zur-umweltbildung-3/
Das Handbuch kann bei der BJV-Service-GmbH des Bayerischen Jagdverbandes bestellt werden. Kosten: 5,00 Euro/Heft zuzüglich Versandkosten.
Bayerischer Jagdverband, Hohenlindnerstr. 12, 85622 Feldkirchen, Tel: 089/99 02 34-0

Weitere Links:

Schaut auch auf der Frischlings-Seite des Bayerischen Jagdverbandes vorbei!
Auch hier gibt es tolle Anregungen, mit denen ihr euch die Zeit vertreiben könnt:

https://www.bjv-frischlinge.de/
Zum Beispiel Malvorlagen:
https://www.bjv-frischlinge.de/mach-mit/basteln-malen/

Titelbild: Stockente©A. Brillen/piclease