„Birkhühner wecken Emotionen“

Dokumentarfilmer Florian Guthknecht hat ein spannendes Roadmovie gedreht: „Mission Birkhuhn“ – Die Rettung der tanzenden Vögel. Der Film zu dem Birkhuhn-Projekt der Wildland-Stiftung Bayern wurde am 10.9.2020 bei Arte.TV ausgestrahlt und kann noch bis 9. 10. über die Mediathek aufgerufen werden.

Ein halbes Jahr ist der renommierte Tier- und Dokumentarfilmer mit einem Team des BR Fernsehens dem Team der Wildland-Stiftung Bayern um Gebietsbetreuer Torsten Kirchner und Berufsjäger Raphael Blum gefolgt.

Guthknecht hat in seinem 45-minütigen Dokumentarfilm die Bemühungen um den Schutz des Birkhuhnbestandes in der Rhön eingefangen. Die Reise fängt zur Birkhahnbalz in der Rhön an und führt bis nach Mittelschweden, wo Hähne und Hennen mit großen Mühen gefangen werden.  Aber die Reise gelingt, 25 schwedische Birkhühner können in der Rhön ausgewildert wurden.
Zu sehen über die Mediathek von Arte.

Der Film wurde am 7.9.2020 in der Stadthalle von Bad Neustadt einem ausgewählten Publikum in einer Preview gezeigt. Landrat Habermann dankte bei seiner Begrüßung allen Akteuren, die sich dafür einsetzen, dass das seltene Schauspiel der „tanzenden Vögel“ auch in Zukunft in der Rhön zu bewundern ist. Das Birkhuhn zählt als „Flaggschiff“ unter den Arten der Hochrhön und ist die am intensivsten und längsten beobachtete Tierart im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön. „Mit großer Gebietskenntnis, aber auch mit Leidenschaft und Herzblut ist Gebietsbetreuer Torsten Kirchner von der Wildland-Stiftung Bayern unterwegs, den Bestand der Birkhühner zu retten“, so Habermann. Als „Schutzpatron“ des „kleinen Hahns“ organisiert und koordiniert er seit vielen Jahren Biotopmaßnahmen und Managementkonzepte, um den Lebensraum für die Hühner zu sichern. Vorstandsvorsitzender Dr. Wolfgang Schiefer von der Wildland-Stiftung Bayern erinnerte daran, dass das Birkwildprojekt eines der ältesten, aber auch eines der wichtigsten der Stiftung ist, in dem sie bereits seit 1976 in der Rhön aktiv ist.

Carola Richter von der Wissenschaftsredaktion des Bayerischen Fernsehens dankte auch dem Kamerateam um Dunja Engelbrecht und Pascal Wendlinger für die einmaligen Aufnahmen in dem Film. Die Dreharbeiten waren eine Herausforderung besonderer Art, in der Hoffnung auf beeindruckende Aufnahmen bei jedem Wetter schon vor Sonnenaufgang unterwegs zu sein. Autor Guthknecht lobte das Team um Torsten Kirchner mit seiner  hochmotivierten Gruppe. Er selbst, so Guthknecht, sei nur eine Art  Medium  um im Film zu zeigen, mit welchen Einsatz und Herzblut  die Akteure für den Schutz des Birkhuhnes kämpfen.   Kirchner trat dann in Original-Outfit mit Moonboots, Parka und Fellmütze auf, um dem Publikum von den Dreharbeiten zu berichten. So sei er die meiste Zeit unterwegs gewesen in kalten Schweden – aber auch  bei einem Nachdreh bei 25 Grad im Mai, wo eine Szene im Tarnzelt nachgestellt werden musste. So wie er dabei beim Publikum Emotionen wecke, sagte Kirchner, so  könnten auch  die Birkhühner bei den Menschen Emotionen wecken. Das zeige sich unter anderem bei den jährlichen Zählungen, wo sich über 120 Interessierte nachts aufmachen, um von den Zählplätzen aus die bedrohten Hühner zu beobachten und zu dokumentieren.

Eindrucksvoll zeigt der Film die mühevolle Fangaktion in Schweden und die Auswilderung der Wildvögel in der Rhön. Es gilt, das Flaggschiff unter den Rhöner Arten zu bewahren. Dazu braucht es, so Dr. Wolfgang Schiefer, einen langen Atem. Er dankte allen am Projekt Beteiligten, dem Birkwild Hegering mit seinen darin organisierten Revierpächtern und allen Ehrenamtlichen für ihre geleisteten Arbeitsstunden bei Einsätzen in der Landschaftspflege, sowie dem amtlichen Naturschutz für die  große Unterstützung. Das geleistete Engagement wäre nicht möglich, wenn nicht der Bayerischen Naturschutzfonds den Gebietsbetreuer und das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten den Berufsjäger maßgeblich fördern würden. Darüber hinaus bedankte sich Schiefer für die Unterstützung bei allen Spendern und Sponsoren wie den Birkwild-Paten für die stetige Hilfe. Die Arbeit lohne sich – denn stirbt das Birkhuhn in der Rhön aus, könne dieses Schicksal auch andere bedrohte Arten des Biosphärenreservats ereilen.

Förderer:

Die Stelle des Gebietsbetreuers wird gefördert über den Bayerischen Naturschutzfonds.

Die Stelle des Berufsjägers wird über das StMELF aus Mitteln der Jagdabgabe gefördert.

Wir danken der Firma Mineralbrunnen Rhön-Sprudel für die großzügige Unterstützung des Engagements der Stiftung im Biosphärenreservat Rhön.

Titelbild: Birkhuhnbalz in Schweden @T. Kirchner

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