Schätze aus dem Isental: Heller Wiesenknopf-Ameisenbläuling

In ganz Bayern ist diese Bläulingsart stark gefährdet und auch im Isental ist sie nur mehr sehr selten zu finden. Dabei ist seine Entwicklung ein kleines Wunder der Natur: Im Sommer werden die Eier in die Blüte des Großen Wiesenknopf gelegt. Sind die Raupen geschlüpft, fressen sie dort, bis sie im Herbst auf den Boden fallen. Hier werden sie aufgrund ihres Dufts und ihrer Honigdrüsen von Knotenameisen aufgesammelt und ins Ameisennest getragen, wo sie räuberisch von der Ameisenbrut leben. Verborgen im Ameisennest findet jetzt im Winter die Verpuppung statt. Ist der Tagfalter im Frühjahr erst mal aus dem Kokon geschlüpft, muss er schnell raus aus dem Nest, da er seinen Duft und somit seine Tarnung verliert. Den kleinen, weiß-bläulich schimmernder Wiesenknopf-Ameisenbläuling findet man im Isental noch auf extensiven Feuchtwiesen im Thalhamer Moos. Angewiesen auf diesen speziellen Lebensraum und seine Raupenfutterpflanze, den Großen Wiesenknopf, ist er ein ganz besonderer Schatz des Isentals.

Paarung im Sommer (Bildquelle: Andreas Hartl)

Schätze aus dem Isental

Das Isental ist voller Schätze – lasst uns diese bewahren

Nach der letzten Eiszeit entstand im Isental durch den Rückstau von Wasser, durch hohe Grundwasserstände sowie Sauerstoffarmut eine Niedermoorlandschaft. Diese besonderen Standortbedingungen und eine extensive Bewirtschaftung prägte in den letzten Jahrhunderten das Isental. So entstand hier eine Landschaft mit einer hohen Vielfalt von Tier- und Pflanzenarten. Innerhalb der letzten beiden Jahrhunderte kam es durch Begradigung, Entwässerung und Nutzungsintensivierung zu einem Wandel in der Landschaft und die Vielfalt des Isentals wurde Schritt für Schritt auf nur mehr wenige Flecken zurückgedrängt. Früher häufig vorkommenden Arten wurden so zu wahren Raritäten. Um diesen vor dem Vergessen zu bewahren, soll mit der Fotoreihe „Schätze aus dem Isental“ jeden Monat im Jahresverlauf eine seltene und gleichzeitig charakteristische Art aus dem Isental vorgestellt werden. Begonnen wir die Fotoreihe im Januar mit einem Schatz, der im Winter verborgen lebt und sich für das Frühjahr entwickelt – dem Hellen Wiesenknopf-Ameisenbläuling. 


Blick aufs Isental im Winterzauber (Fotoquelle: Wildland-Stiftung Bayern)

Ein Apfelbaum für den Kindergarten St. Anna

Im Rahmen der Aktion „Wir pflanzen einen Baum“ pflanzte der Kindergarten St. Anna zusammen mit dem Projekt Natur.Vielfalt.Isental und der Gemeinde Rattenkirchen einen Obstbaum am nahe gelegenen Natur-Erlebnis-Weg. Beim Schaufeln, Antreten und Angießen waren die Kinder mit viel Freude und großem Einsatz dabei. So bekamen sie einen Einblick in die einzelnen Schritte einer Baumpflanzung. Begleitet wurde die Aktion von Bürgermeister Rainer Greilmeier, dem Bauhof und der Projektbetreuung von Natur.Vielfalt.Isental. Neben der Pflanzaktion konnten die Kinder an einem alten mitgebrachten Abschnitt eines Baumstamms Specht-Höhlen hautnah begutachten und erfuhren mehr zum ökologischen Wert von Obstbäumen. Im Nachgang gab es selbst gepressten Apfelsaft aus dem Isental, Äpfel zum Naschen und eine Geschichte von Anton Apfelwurm. Veranstaltet wurde die landkreisweite Aktion von der Öko-Modellregion Mühldorfer Land. Partner der Aktion sind u.a. die Wildland-Stiftung Bayern mit dem Projekt Natur.Vielfalt.Isental, der Landesjagdverband Bayern, der Landschaftspflegeverband Mühldorf und viele weitere Institutionen und Verbände.


Fotoquelle: Kindergarten St. Anna

80 fleißige Hände im Einsatz für die Natur-Vielfalt im Isental

Eingehüllt im Nebel konnte man vor einigen Tagen im Isental den Klang von lauten Motorsägen und ein beschäftigtes Treiben wahrnehmen. Denn das Projekt Natur.Vielfalt.Isental lud am 12. November Freiwillige zu einem Landschaftspflege-Tag in das Thalhamer Moos ein. Mit vereinten Kräften wurde so ein nur schwer zugänglicher Niedermoorrest sowie ein ehemaliger Torfstich von Gehölzen freigestellt. In den letzten 20 Jahren ist dieser naturschutzfachlich wertvolle Bereich verbracht und allmählich mit Weiden bewachsen. Der nun offene Feuchtstandort wird zukünftig wieder einen Platz für gefährdete Pflanzenarten wie beispielsweise die Trollblume, Färber-Scharte oder Pracht-Nelke bieten. Mit der Wiederaufnahme der Flächenpflege in den Folgejahren werden auch stark gefährdete und vom Aussterben bedrohte Tierarten wie unter anderem die Bekassine oder der Helle Wiesenknopf-Ameisenbläuling gefördert.

Durchgeführt und organisiert wurde der Landschaftspflege-Tag vom BayerNetzNatur Projekt Natur.Vielfalt.Isental in Zusammenarbeit mit dem Biodiversitätsberater des Landratsamts Mühldorf. Ziel des bis Ende 2023 laufenden Projektes ist es, die natürlichen Lebensräume entlang der Isen zu verbessern und zu erhalten. Getragen wird das Projekt dabei von der Wildland-Stiftung Bayern sowie den Gemeinden Lengdorf, Dorfen, Schwindegg, Obertaufkirchen und Rattenkirchen mit finanzieller Förderung vom Bayerischen Naturschutzfonds und Bezirk Oberbayern. Am Landschaftspflege-Tag beteiligten sich mehr als 40 freiwillige Helfer und örtliche Landwirte. Für die hohe Beteiligung und den starken Einsatz bedankt sich die Projektbetreuung herzlich. Ein besonderer Dank gilt dabei den Geocachern, dem Bund Naturschutz und dem Landesbund für Vogelschutz aus den Landkreisen Erding und Mühldorf sowie der Jungendorganisation Bund Naturschutz Bayern. Mit dem freiwilligen Engagement konnte so ein kleines Stück der charakteristischen Naturvielfalt des Isentals wiederhergestellt und bewahrt werden.  


Helfer-Trupps am Landschaftspflege-Tag (Bildquelle: Wildland-Stiftung Bayern).
Jugendorganisation Bund Naturschutz Bayern – Nachmittagseinsatz.

Vormittageinsatz mit freiwilligen Helfern

Auf Entdeckertour im Thalhamer Moos

Wie lebt Familie Biber entlang der Isen? Was machen die Wespen eigentlich im Winter? Warum braucht der Kiebitz kein Navi für den Rückflug in den Süden? Diesen und noch vielen weiteren, spannenden Fragen über die Natur wurde beim Ferienprogramm „Der Natur auf der Spur“ im Thalhamer Moos nachgegangen.

Bereits beim gemeinsamen Spaziergang von Walkersaich zum Mooshäusl konnten die 26 Kinder aus den Gemeinden Obertaufkirchen, Schwindegg und Rattenkirchen einen Mäusebussard, zahlreiche Schwalben, Libellen und Schmetterlinge beobachten. Wissenswertes zu den Tieren und Pflanzen sowie zum Naturschutz im Thalhamer Moos gab es von dem zuständigen Biberbeauftragten Karl-Michael Günsche, der Natur.Vielfalt.Isental Projektbetreuung Monika Graßl, der Bildungsreferentin des Landesbundes für Vogelschutz Mühldorf (LBV) Verena Wittmann und Ingrid Schubert vom LBV. Angekommen beim Mooshäusl warteten drei unterschiedliche Stationen auf die Kinder. So wurde ein Biber-Bild mit einem Natur-Pinsel kreativ gestaltet, das Leben von Familie Biber entlang der Isen unter die Lupe genommen und die Wildtiere im Thalhamer Moos an ihren Trittsiegeln erforscht. Zum Abschluss des Ferienprogramms wurde an einem bereits verlassenen Wespennest Spannendes über das Leben der Wespen erfahren.

Das Ferienprogramm ist in Kooperation der Wildland-Stiftung Bayern Projekt Natur.Vielfalt.Isental mit dem Landesbund für Vogelschutz Mühldorf und der Biberberatung des Landkreises Mühldorf organisiert und durchgeführt worden. Für die Bereitstellung des Wespennests wird sich zudem bei der ehrenamtlichen Wespen- und Hornissenberaterin Erika Werner herzlich bedankt.

Fotoquelle Titelbild: Verena Wittmann


Ganz nah am Wespennest (Fotoquelle: Karl-Michael Günsche)

Kleine Künstler:innen am Gestalten ihrer Biber-Bilder (Fotoquelle: Verena Wittmann)