Biotopgestaltung für Wiesenbrüter im Haarmoos

Das Haarmoos im Berchtesgadener Land ist mit seinen Feuchtwiesen eines der wichtigsten Wiesenbrütergebiete in Südbayern. Seit 1988 engagiert sich die Wildland-Stiftung hier zum Schutz von Großem Brachvogel, Bekassine und Wachtelkönig. Auf ihren Eigentumsflächen konnten nun seit letztem Sommer umfangreiche Maßnahmen zur Biotopverbesserung durchgeführt werden.

Knapp sieben Hektar stehen im Haarmoos im Eigentum der Stiftung. Zusammen mit den Flächen des Landesbunds für Vogelschutz und weiterer Eigentümer werden sie nach einem speziellen Pflegekonzept bewirtschaftet. Flächen mit extensiver Nutzung wechseln mit Flächen mit intensiverer Wiesennutzung und entsprechend gestaffelt sind die Mahdzeitpunkte. Im vergangenen Sommer und Herbst sowie diesen Winter konnten nun dringende Maßnahmen auf den stiftungseigenen Flächen umgesetzt werden. Auf einigen Flächen waren ehemals kleine Gehölze für eine Wiesenbrüterkulisse zu groß geworden, so dass diese entfernt wurden. Andere Brachflächen wurden gemäht, wobei darauf geachtet wurde, dass Brachestreifen als Deckung für die Vögel stehen blieben. Bei Frost, der glücklicherweise im Februar einsetzte, konnte endlich auch schweres Gerät eingesetzt werden, um flache Seigen auszuheben. Damit stehen für die Wiesenbrüter im Frühjahr neue Nahrungsflächen zur Verfügung, auf denen die Vögel im feuchten Substrat stochern können. Die Maßnahmen wurden über die Regierung von Oberbayern nach der Landschaftspflege- und Naturparkrichtlinie gefördert.

Eine wichtige Begleitmaßnahme neben allen Biotopverbesserungen wird eine wirkungsvolle Prädatorenkontrolle sein, um die sich die Revierpächter mit Unterstützung der Kreisgruppe Berchtesgadener Land im Haarmoos kümmern.

Alle wiesenbrütenden Vogelarten wie Großer Brachvogel, Uferschnepfe, Kiebitz, Wachtelkönig oder Bekassine stehen in Bayern auf der Roten Liste (vom Aussterben bedroht bzw. stark gefährdet). Dies ist kein bayernweites Phänomen, sondern zeichnet sich auch in Deutschland und sogar auf europäischer Ebene ab, wo sich diese Limikolen in einem ungünstigen Erhaltungszustand befinden. Bei der letzten Auswertung des Landesamts für Umweltschutz zum Wiesenbrüterschutz von 2015 wurde deutlich, dass viele der Wiesenbrüter aus der Fläche verschwunden sind und nur mehr in wenigen Regionen in Bayern vorkommen, teilweise weiterhin mit rückläufigem Bestandstrend. Umso wichtiger ist das Management der Flächen dieser Gebiete, in denen diese seltenen Vogelarten noch brüten. Das Haarmoos im Südosten Bayerns gehört zweifelsfrei dazu.

Titelbild: Ausheben einer Wiesenseige@S. Pröls

Aktuelles zu diesem Projekt

Wiesenbrüter im Haarmoos (18. August 2015)
Kiebitz (Vanellus vanellus) (10. Mai 2015)